USA verbieten Import chinesischer Humanoiden und Quadrupeden — FCC fügt Roboter zur Verbotsliste hinzu
Die US-Regulierungsbehörde FCC hat am 28. Juli 2026 humanoide Roboter und Quadrupeden ausländischer Hersteller auf ihre nationale Verbotsliste ('Covered List') gesetzt. Neue Modelle können ab sofort keine Gerätezulassung für den US-Markt mehr erhalten. China, das rund 85 % des globalen Humanoid-Marktes hält, reagierte am Folgetag mit scharfer Kritik.
Am 28. Juli 2026 hat die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) eine weitreichende Entscheidung getroffen: „Advanced robotic devices” — humanoide Roboter und Quadrupeden (vierbeinige Roboter) — wurden auf die sogenannte Covered List gesetzt. Diese Liste, auf der bereits Huawei, ZTE und andere chinesische Technologiekonzerne stehen, verhindert, dass neue Modelle die für den US-Markt zwingend notwendige FCC-Gerätezulassung erhalten. In der Praxis bedeutet das: Keine neuen ausländischen Humanoiden oder Roboterhunde dürfen ab sofort in die USA importiert, dort vermarktet oder verkauft werden.
Neben Robotern wurden zeitgleich auch vernetzte Wechselrichter (Power Inverters), die in erneuerbaren Energieinfrastrukturen und Rechenzentren eingesetzt werden, in die Verbotsliste aufgenommen.
Was genau ist verboten — und was nicht
Die Maßnahme ist vorausschauend, kein Rückruf: Roboter und Inverter, die vor dem 28. Juli 2026 bereits eine FCC-Zulassung erhalten hatten, bleiben legal im Umlauf. Bestehende Besitzer müssen ihre Geräte nicht zurückgeben, und Händler dürfen bereits zugelassene Modelle weiterverkaufen. Neue Modelle ohne bestehende Zulassung sind dagegen effektiv vom US-Markt ausgesperrt.
Die Regelung gilt formal gegenüber allen ausländischen Herstellern. Verbündete Nationen könnten laut FCC jedoch Ausnahmeregelungen beantragen.
Begründung: Cybersicherheit und kritische Infrastruktur
Die FCC stützt ihre Entscheidung auf Empfehlungen einer vom Weißen Haus eingesetzten Task Force. Deren Kernaussage: Ausländisch produzierte Roboter könnten ein Cybersicherheitsrisiko für kritische Infrastruktur darstellen und die Sicherheit von US-amerikanischen Anlagen und Personen gefährden. Als besonders kritisch gelten die Funk- und Datenkommunikationsfähigkeiten moderner Humanoider, über die potenziell Daten erfasst und an ausländische Server übermittelt werden könnten.
Mehrere Medienberichte verweisen auf dokumentierte Sicherheitslücken in chinesischer Roboterhardware: So soll in Geräten des Herstellers Unitree ein als „UniPwn” bezeichneter Bluetooth-Exploit bekannt geworden sein, der Root-Zugang auf die betroffenen Modelle ermöglicht und sich selbstständig auf benachbarte Unitree-Geräte ausbreiten kann. Unitree-Roboter waren zum Zeitpunkt der FCC-Entscheidung an mehreren US-Universitäten im Einsatz. Diese Details stammen aus Medienberichten und wurden von der FCC im offiziellen Beschluss nicht explizit namentlich bestätigt.
Marktbedeutung: China dominiert 85 % des globalen Markts
Das Gewicht dieser Regulierung lässt sich an einer Zahl ablesen: Nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Counterpoint Research halten chinesische Hersteller rund 85 % des globalen Marktes für humanoide Roboter. Unitree allein soll auf einen Anteil von knapp 20 % kommen — und ist damit einer der am stärksten betroffenen Anbieter. Weitere Hersteller wie AgiBot, UBTech und andere chinesische Unternehmen sind ebenfalls betroffen, soweit sie neue, noch nicht zugelassene Modelle in die USA bringen wollten.
Chinas Reaktion: „Unterdrückung chinesischer Unternehmen”
Einen Tag nach dem FCC-Beschluss, am 29. Juli 2026, reagierte die chinesische Regierung öffentlich. Peking warf den USA vor, chinesische Unternehmen gezielt zu „unterdrücken”, und kündigte an, „notwendige Maßnahmen” zu ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu schützen. Konkrete Gegenmaßnahmen wurden zunächst nicht genannt.
Einordnung: Handelskonflikt trifft Zukunftstechnologie
Der FCC-Beschluss markiert eine neue Eskalationsstufe im technologischen Handelskrieg zwischen den USA und China — diesmal in einem Sektor, der nach Einschätzung vieler Analysten zu den strategisch wichtigsten Technologien der kommenden Dekade zählt. Die Entscheidung folgt einem bekannten Muster: Die USA haben in den vergangenen Jahren sukzessive Drohnen (DJI), Halbleiter, Telekommunikationsinfrastruktur (Huawei) und nun auch Robotik auf nationalstaatliche Sicherheitsagenden gesetzt.
Für US-Unternehmen wie Agility Robotics, Figure AI oder Apptronik könnte das Verbot indirekt vorteilhaft sein, indem es Wettbewerb aus China — zumindest bei neuen Modellen — vom Heimatmarkt fernhält. Ob die Maßnahme auch auf internationalen Märkten Signalwirkung entfaltet, bleibt abzuwarten.
⚠️ Die UniPwn-Sicherheitslücke und weitere spezifische technische Details zu betroffenen Produkten wurden von der FCC im offiziellen Beschlusstext nicht namentlich benannt. Diese Angaben stammen aus Medienberichten und sind nicht unabhängig bestätigt.
Quellen
- Humanoid robot imports banned as U.S. targets Chinese products over national security concerns (CBS News, 29.07.2026)
- FCC bans foreign humanoid robots and power inverters over security risks (The Hill, 28.07.2026)
- United States Bans Chinese Humanoid And Quadruped Robots, Citing National Security (Forbes, 28.07.2026)
- Trump Administration Bans New Chinese Humanoid Robots, to Protect US AI Buildout (US News, 28.07.2026)
- FCC bans foreign humanoid robots, expanding campaign against Chinese tech (Washington Post, 28.07.2026)
- China accuses US of 'suppressing' firms after humanoid robot import ban (Malay Mail, 29.07.2026)
- FCC Bans Chinese Humanoid Robots and Power Inverters Linked to Confirmed Backdoors (TechTimes, 28.07.2026)
- China's humanoid robots have been taking over the global market. Now the US is banning them (CNN Business, 29.07.2026)