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3.9.2026 · Redaktion

Xiaomi CyberOne feiert erste Auslands-Premiere auf der IFA — und kommt in der EV-Fabrik auf 98 Prozent

Am 3. September 2026, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der IFA Berlin, hat Xiaomi seinen Humanoiden CyberOne erstmals außerhalb Chinas öffentlich gezeigt. Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen Ergebnisse aus einem viermonatigen Fabrikeinsatz: Bei einer Schraubenanzugsaufgabe im eigenen E-Auto-Werk stieg die Erfolgsquote von 90 auf 98 Prozent — nur einen Prozentpunkt unter dem Benchmark menschlicher Arbeiter.

Erstmals in Europa: CyberOne am IFA-Stand

Am 3. September 2026 — dem Vorabend der IFA Berlin — lud Xiaomi zu einer eigenen Präsentation in die Messehalle. Im Mittelpunkt: CyberOne, der hauseigene Humanoid, der bislang ausschließlich auf chinesischen Bühnen zu sehen gewesen war. Für Xiaomi ist die IFA 2026 das erste Mal überhaupt, dass das Unternehmen an der Berliner Messe teilnimmt; allein der Stand umfasst rund 3.300 Quadratmeter unter dem Motto „Human × Car × Home Smart Ecosystem”, auf dem mehr als 380 Produkte und Technologien gezeigt werden.

CyberOne stand dabei als einer der Stargäste: Der Roboter interagierte live mit Besuchern, zeigte Gesten wie Herzzeichen mit dem Finger und antwortete auf Gesprächsanfragen. Damit war die IFA 2026 der erste öffentliche Auftritt von CyberOne auf internationalem Parkett.

Was CyberOne kann — und was nicht

Der Xiaomi CyberOne ist ein vollelektrischer Bipedal-Humanoid, 177 cm groß und 52 kg schwer, mit 21 Freiheitsgraden. Er läuft mit bis zu 3,6 km/h und erreicht an den Hüftgelenken bis zu 300 Nm Drehmoment — genug für stabile Balance auch auf unebenem Untergrund. Die Oberlenkermotoren leisten bis zu 30 Nm, die Hände tragen bis zu 1,5 kg pro Seite. Xiaomis Mi-Sense-Tiefenkamera und eine KI-Schnittstelle ermöglichen dem Roboter, 85 verschiedene Umgebungsgeräusche und 45 Emotionstypen zu erkennen.

Was CyberOne nicht kann: im Handel erhältlich sein. Das Unternehmen hat bislang keinen Verkauf angekündigt; der Roboter bleibt ein internes Forschungs- und Entwicklungsprojekt.

Vier Monate Fabriktest: 90 auf 98 Prozent

Parallel zur IFA-Premiere veröffentlichte Xiaomi Daten aus einem viermonatigen Realeinsatz in seinem Elektroautowerk. Die Aufgabe: Bolzenanziehen an einem Werkstück — eine hochrepetitive Montagetätigkeit mit enger Toleranzanforderung. Das Ergebnis: Die Erfolgsquote verbesserte sich im Testverlauf von etwa 90 auf 98 Prozent, gemessen auf beiden Seiten der Werkzeugaufnahme.

Zum Vergleich: Menschliche Werker erreichen auf derselben Aufgabe eine Qualifikationsquote von 99 Prozent — der Rückstand des Roboters beträgt damit noch einen Prozentpunkt.

Zusätzlich wurden zwei neue Fabrikaufgaben in den Test aufgenommen:

  • Sortieren von Mittelkonsolen-Seitenverkleidungen — erste Erfolgsquote: 90 Prozent
  • Falten und Recycling von Stückgutbehältern — erste Erfolgsquote: 90 Prozent

Die zweite Aufgabe ist laut Unternehmensangaben die erste langzeitige Handhabung flexibler Werkstücke in einer Automobilfabrik. Diese Angaben sind Herstellerangaben und wurden noch nicht durch unabhängige Dritte bestätigt.

Einordnung

Xiaomis Schritt auf die IFA ist mehr als ein Marketingmoment. Er zeigt, dass sich das Unternehmen — primär bekannt für Smartphones und Haushaltsgeräte — als vollständiger Technologiekonzern mit Robotik als strategischer Vertikale positioniert. Das „Human × Car × Home”-Ökosystem auf dem Messestand stellt Xiaomis Antwort auf die Frage dar, wie humanoide Roboter, Elektroautos und intelligente Heimgeräte künftig als verbundenes System funktionieren sollen.

Für die Branche ist die 98-Prozent-Marke bei einer Schraubenanzugsaufgabe ein Signal: Chinesische Konzerne mit eigener Fertigungsinfrastruktur — Xiaomi betreibt seine „Smart Factory” in Peking — testen Humanoide nicht in Labors, sondern direkt in laufender Produktion. Die Tatsache, dass CyberOne auf einen bestehenden Prozess aufgesetzt wurde, ohne diesen zu unterbrechen, ist technisch relevanter als eine Demo in kontrollierter Umgebung.

Ob Xiaomi einen kommerziellen Roboter auf den Markt bringen wird, bleibt offen. Das Unternehmen hat angekündigt, zwischen 2026 und 2030 insgesamt 200 Milliarden Yuan (rund 29,8 Milliarden US-Dollar) in Forschung und Entwicklung zu investieren — Robotik ist dabei ein explizit genanntes Schwerpunkthema.

Quellenhinweis: Fabrikergebnisse (Erfolgsquoten, Aufgabenbeschreibung) stammen aus Unternehmensangaben, die mehrere unabhängige Medien — darunter TechRepublic, Interesting Engineering und Seoul Economic Daily — übereinstimmend referenziert haben. Die Angabe von 98 % ist eine Herstellerangabe ohne unabhängige Prüfung; der 99-%-Benchmark für menschliche Arbeiter ist ebenfalls eine Xiaomi-Angabe. IFA-Präsenzdaten stammen aus Messeberichten vom 3.–5. September 2026.

Quellen

  1. Xiaomi Makes IFA Debut With Humanoid Robot and In-House AI Chip (Seoul Economic Daily, 03.09.2026)
  2. Xiaomi Says CyberOne Hit 98% in Factory Trial (TechRepublic, 2026)
  3. China's new humanoid robot offers 98% success rate, handles EV assembly (Yahoo Tech / Interesting Engineering)
  4. Xiaomi at IFA 2026: CyberOne Makes Its Overseas Debut (iGeekPhone, 2026)
  5. IFA 2026: Xiaomi 18 Fold, humanoid robot, next-gen SU7 and more showcased (digit.in)