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22.9.2026 · Redaktion

Vesoma: Europäisches Humanoid-Startup aus München tritt aus der Stealth-Phase hervor

Das Münchner Startup Vesoma hat sich am 22. September 2026 öffentlich vorgestellt — mit über 60 Mitarbeitenden, 3.500 Quadratmetern Labor- und Bürofläche in München und Limassol sowie einem ersten laufenden Prototypen, der innerhalb von nur sechs Monaten nach Firmengründung entstand. An der Spitze: Synapticon-Mitgründer Nikolai Ensslen als CEO und der ehemalige Google-DeepMind-Forschungsdirektor Martin Riedmiller als Chief AI Officer.

Am 22. September 2026 hat sich Vesoma der Öffentlichkeit vorgestellt — ein europäisches Humanoid-Startup, das im Dezember 2025 mit dem Aufbau seiner ersten Prototypen begann und nun mit über 60 Mitarbeitenden sowie 3.500 Quadratmetern Labor- und Bürofläche an zwei Standorten an den Start geht.

Gründerteam und Hintergrund

Vesoma wird von zwei erfahrenen Technologiegründern geführt:

  • Nikolai Ensslen (CEO) ist Mitgründer von Synapticon, einem Unternehmen, das Antriebssysteme für Industrieroboter entwickelt und dabei früh mit Sicherheitsarchitekturen für autonome Systeme gearbeitet hat.
  • Peter Skoromnyi (Co-Founder) ist der Mitgründer von Easybrain, einem der erfolgreichsten Mobil-Gaming-Unternehmen Europas, und bringt Erfahrung im Aufbau schnell skalierender Technologieunternehmen mit.
  • Martin Riedmiller (Chief AI Officer) war zuletzt als Forschungsdirektor bei Google DeepMind tätig und gilt als einer der Pioniere des modernen Verstärkungslernens (Reinforcement Learning). Seine Arbeit legte Grundlagen für dateneffiziente Lernmethoden, die Vesomas Kernstrategie prägen.

Technikansatz: Lernen durch eigenes Handeln

Das Unternehmen hebt sich von einem verbreiteten Ansatz in der Humanoid-Robotik ab. Während viele Hersteller auf menschliche Demonstrations- und Teleopdaten setzen (Imitation Learning), verfolgt Vesoma eine Strategie des eigenständigen Lernens durch Interaktion: Der Roboter soll Aufgaben durch eigenes Ausprobieren, Scheitern und Wiederentdecken erlernen — ein Ansatz, der stark von Reinforcement Learning inspiriert ist und Riedmillers Forschungsschwerpunkt entspricht.

Ziel ist ein „selbstverbessernder physischer Agent”, der nicht dauerhaft auf neue menschliche Demonstrations-Daten angewiesen ist, sondern kontinuierlich aus der eigenen Handlungshistorie lernt.

Entwicklungstempo und aktuelle Lage

Vesoma gibt an, seinen ersten laufenden Prototypen innerhalb von sechs Monaten nach Aufnahme der Arbeit im Dezember 2025 fertiggestellt zu haben — also ungefähr bis Juni 2026. Das ist bemerkenswert schnell für ein Hardwareunternehmen, das mechanische, elektronische und KI-Systeme integrieren muss.

Die ersten Einheiten des Vesoma 1 werden nach eigenen Angaben derzeit gebaut. Das initiale Zielsegment sind Fertigung, Logistik und Lagerhaltung — nicht der Haushalt.

Zu Finanzierungsrunden oder Investoren hat Vesoma keine öffentlichen Angaben gemacht.

Einordnung: Europa holt auf

Vesoma ist ein weiteres Zeichen, dass Europa in der Humanoid-Robotik zunehmend Eigenständigkeit anstrebt. Mit NEURA Robotics aus Metzingen, PAL Robotics aus Barcelona und nun Vesoma aus München wächst ein europäisches Ökosystem heran, das zwar noch deutlich hinter den US-amerikanischen und chinesischen Platzhirschen liegt, aber zunehmend auf eigene wissenschaftliche Grundlagenarbeit setzt.

Ob Vesomas RL-basierter Ansatz gegenüber datenschwerer Imitations-Methodik im Praxiseinsatz einen Vorteil bietet, wird eine der zentralen Fragen der nächsten Entwicklungsphase sein.

Quellen

  1. Introducing Vesoma (vesoma.com, 22.09.2026)
  2. Vesoma Emerges From Stealth With a Humanoid Built to Learn (Humanoids Daily, 23.09.2026)
  3. Vesoma Unveils European Humanoid Project Led by Synapticon and Easybrain Co-Founders (RobotsBeat, 09.2026)
  4. The Humanoid Hub on X: New humanoid entrant Vesoma (22.09.2026)