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29.9.2026 · Redaktion

CSRC formalisiert drei Kriterien für Humanoid-IPOs — Kaum ein Bewerber erfüllt alle

Chinas Wertpapieraufsicht CSRC hat die bislang informelle Bremse für Humanoid-Robotik-Börsengänge konkretisiert: Kandidaten müssen mindestens zwei von drei Kriterien erfüllen — nachhaltiger Umsatz, schrumpfende Verluste und Kernkompetenz in Roboterhirn oder -hand. Mindestens 24 Unternehmen stehen in Hongkong in der Warteschlange; nach Einschätzung von Analysten erfüllt kaum eines alle Anforderungen.

Die chinesische Wertpapieraufsicht CSRC hat ihre bislang informell kommunizierte Bremse für Humanoid-Robotik-Börsengänge in drei konkrete Kriterien überführt. Laut einem CNBC-Bericht vom 29. September 2026 müssen Bewerber aus dem Bereich Embodied AI mindestens zwei der folgenden Anforderungen erfüllen, um eine Prüfung ihres Börsengangsantrags zu erhalten:

  1. Nachhaltiger Umsatz mit kommerziellen Aufträgen — Die Erlöse müssen auf echten Kundenverträgen basieren, nicht auf Pilotprojekten oder internen Demonstrationen.
  2. Schrumpfende Verluste über einen Dreijahreshorizont — Der Bewerber muss einen glaubwürdigen Pfad zur Profitabilität nachweisen können.
  3. Eigene Kernkompetenz in Hardware-Schlüsselbereichen — Konkret werden Roboterhirn (VLA-Modell, Steuerungs-Stack) oder Roboterhände als Differenzierungsmerkmale genannt.

Ausgangslage

Mindestens 24 Unternehmen aus dem Umfeld Embodied AI haben nach Angaben aus der Finanzbranche allein in Hongkong Börsengangsanträge eingereicht. Damit ist der Andrang erheblich — und die neue Messlatte entsprechend deutlich. Analysten und Investoren zitiert in den Berichten gehen davon aus, dass kaum eines der 24 Unternehmen derzeit alle drei Kriterien erfüllt. Viele der Kandidaten weisen entweder noch kein nennenswertes kommerzielles Umsatzvolumen auf oder befinden sich in einer Verlustphase, die auf absehbare Zeit nicht endet.

Konkret genannt werden Deep Robotics und Leju Robotics, die beide laufende Anträge haben und beide aktuell nicht profitabel sind.

Kontext

Die Formalisierung der Kriterien folgt auf eine Phase eskalierender Börsenenthusiasmus: Nach dem August-Börsengang von Unitree Robotics auf dem Shanghais STAR-Markt, dessen Aktie zeitweilig über 400 Prozent zulegte, war der Kurs bis Ende September um mehr als 55 Prozent von seinem Intradayhoch gefallen. Mech-Mind verlor in den Wochen nach seinem September-Debüt knapp 20 Prozent. Die Regulatoren reagierten zunächst mit informeller „Window Guidance” (berichtet am 22. September), nun mit einer expliziten Kriterienliste.

Einordnung

Die drei Kriterien spiegeln eine nüchterne Analyse der chinesischen Regulatoren wider: Der Sektor hat in kurzer Zeit enorme Bewertungen erreicht, aber viele der beteiligten Unternehmen befinden sich noch weit vor dem kommerziellen Durchbruch. Die CSRC signalisiert damit, dass der frühere Freiraum für Hochrisiko-Tech-IPOs in diesem Bereich enger wird — und dass Börsengänge künftig durch reale Geschäftszahlen getragen sein müssen, nicht allein durch das Versprechen der Technologie.

Für Firmen wie AgiBot, die bereits substanzielle Umsätze aus realen Roboter-Deployments vorweisen können, dürfte die Hürde überwindbar sein. Für zahlreiche kleinere Embodied-AI-Startups ohne klare Kundenbasis verschiebt sich der Zeithorizont für einen Börsengang erheblich.

Quellen

  1. China has three new criteria for humanoid robot IPOs. Few, if any, meet them (CNBC, 29.09.2026)
  2. China Tightens IPO Rules for 24 Humanoid Robot Filers as $6.95 Billion Sector Cools (Zetik, 09.2026)
  3. China's criteria for humanoid robot IPOs may be hard to meet (Bitcoin-Ethereum News, 09.2026)