Tesla verschiebt externe Optimus-Auslieferungen auf Ende 2027 — Musk nennt Hände, KI und Haltbarkeit als Probleme
Im Q3-2026-Earnings-Call hat Elon Musk die Lieferung von Optimus-Robotern an externe Kunden erneut nach hinten verschoben — auf Ende 2027. Als Haupthindernisse nannte er die Roboterhände, die allgemeine Haltbarkeit sowie den Reifegrad der KI. Teslas Aktie gab nach den Zahlen rund drei Prozent nach.
Im Rahmen des Q3-2026-Earnings-Calls am 21. Oktober 2026 hat Elon Musk den Zeitplan für externe Optimus-Auslieferungen erneut nach hinten korrigiert. Erste Lieferungen an externe Kunden sollen nun erst gegen Ende 2027 erfolgen — und nicht, wie zuvor in Aussicht gestellt, bereits Mitte 2027.
Drei offene Baustellen: Hände, KI und Haltbarkeit
Musk benannte auf dem Earnings-Call drei Kernprobleme, die einer früheren Kommerzialisierung im Wege stehen:
- Hände: Die Roboterhände seien weiterhin die schwierigste Hardwarekomponente. Musk erklärte, es handle sich vor allem um Feinheiten der Handkonstruktion — und verwies darauf, dass menschliche Hände sich selbst reparieren könnten, Roboterhände hingegen nicht.
- KI: Die KI-Modelle für das autonome Arbeiten seien noch nicht auf dem Niveau, das Tesla für einen kommerziellen Einsatz voraussetze.
- Haltbarkeit und Lebensdauer: Elektromechanische Verlässlichkeit und die erwartete Betriebslebensdauer müssten noch verbessert werden.
Um parallel an Training und Lieferkette arbeiten zu können, fertigt Tesla Roboter bereits in Teilmengen mit dem aktuellen — noch nicht vollständig ausgereiften — Handdesign.
Zusammenhang mit dem Produktionsstart
Einen Tag zuvor hatte Tesla im Q3-Aktionärsbrief gemeldet, erstmals produktionsreife Optimus-Einheiten im Werk Fremont, Kalifornien, zu produzieren — in einer Halle, die zuvor Elektrofahrzeuge beherbergte. Diese Einheiten sind jedoch für interne Tests und Trainingszwecke bestimmt, nicht für den Verkauf.
Massenproduktionsziel: eine Million Einheiten pro Jahr in etwa einem Jahr
Musk wiederholte auf dem Call sein langfristiges Produktionsziel: eine Million Optimus-Einheiten pro Jahr — wobei er einräumte, dass dieses Ziel „frühestens in etwa einem Jahr, möglicherweise länger” erreichbar sei, da das Design noch in Entwicklung sei.
Marktreaktion und Finanzlage
Tesla schlug die Gewinnerwartungen der Analysten (0,48 Dollar je Aktie gegenüber erwartetem 0,45 Dollar), trotzdem gab die Aktie nach der Meldung rund drei Prozent nach. Als Hintergrund: Der Nettogewinn im dritten Quartal 2026 sank gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf rund 787 Millionen US-Dollar — hauptsächlich wegen gestiegener KI-Infrastrukturausgaben und der Optimus-Entwicklungskosten.
Einordnung
Der verschobene Auslieferungstermin ist keine Überraschung: Optimus-Zeitpläne wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach nach hinten verschoben. Musk hatte 2025 ursprünglich 5.000 Einheiten für das Jahr versprochen; diese Zielvorgabe wurde nicht erreicht. Externe Analysten sehen 2028–2029 als realistischeren Horizont für bedeutsame kommerzielle Stückzahlen. Tesla hat bis dato keine Preisliste, Vorbestellungsseite oder Warteliste für externe Kunden veröffentlicht.
Quellen
- Tesla pushes Optimus deliveries to late 2027, says hands still a problem (Electrek, 22.10.2026)
- Tesla Q3 Earnings: FSD Drives Demand; Robotaxi and Optimus Timelines Delayed (KuCoin News)
- Tesla Fell 3% as Musk Trims Capex, Delays Optimus Ramp (TIKR)
- Earnings call transcript: Tesla beats Q3 2026 estimates as stock slips after hours (Investing.com)