Regeln für humanoide Roboter-Wettkämpfe: Kampf, Fußball, Rennen und Robotersport
Der große Regelvergleich für URKL, World Humanoid Robot Games, RoboCup, FIRA HuroCup, ROBO-ONE und humanoide Laufwettbewerbe.
Humanoide Roboter boxen, spielen Fußball, laufen Halbmarathon, heben Gewichte, tanzen, sortieren Regale und treten in Rettungsaufgaben an. Was auf Videos ähnlich aussieht, kann nach völlig verschiedenen Regeln stattfinden.
Die wichtigste Antwort vorweg: Es gibt kein weltweit einheitliches Regelwerk für humanoide Roboter-Wettkämpfe. Jede Liga entscheidet selbst, wie menschlich der Körper sein muss, ob ein Operator steuern darf, was als Punkt zählt und wann ein beschädigter Roboter gestoppt wird.
Diese Übersicht vergleicht die großen, öffentlich dokumentierten Formate mit verpflichtender oder zentraler humanoider Bauform. Sie erfasst den Stand vom 18. Juli 2026. Lokale Hochschulturniere und Wettbewerbe ohne Humanoiden-Pflicht sind nicht vollständig abbildbar. Nicht aufgenommen sind deshalb klassische BattleBots-/Robot-Wars-Arenen, RoboMaster, Robot-Sumo sowie allgemeine FIRST- oder WRO-Kategorien, wenn dort kein zweibeiniger Humanoid vorgeschrieben ist.
Schnellvergleich: Die wichtigsten Regeln
| Wettbewerb | Disziplin | Steuerung | Typischer Sieg | Regelstatus |
|---|---|---|---|---|
| URKL, China | Vollformat-Kampf | je nach Phase Mensch + autonome Funktionen; spätere Klassen möglich | Runden, Treffer, Niederschlag, KO/TKO | offizielles Regelwerk V1.0.0, Kampfteile teils noch angekündigt |
| World Humanoid Robot Games, Peking | Leichtathletik, Fußball, Tanz, Arbeit, Geschicklichkeit, Tischtennis, Kampf | je nach Disziplin vollautonom, fernbedient oder beides | Zeit, Tore, Punkte oder Kampfrunden | offizielle Disziplinen-Regelbücher 2026 |
| Beijing E-Town Half Marathon | 21,0975 km Lauf | autonom oder fernbedient, mit Zeitfaktor | bereinigte Laufzeit plus Strafen | offizielle Regierungs-Ausschreibung 2026 |
| RoboCup Humanoid Soccer League | Roboterfußball | vollständig autonom | Tore in zwei Halbzeiten | finale Regeln 2026 v1.1.1 |
| FIRA HuroCup | Mehrkampf | vollständig autonom | Einzeldisziplinen plus Gesamtwertung | offizielle General- und Disziplinregeln |
| ROBO-ONE, Japan | kleiner Humanoiden-Kampf | Operatorsteuerung | zuerst drei Downs oder mehr Downs nach Zeit | offizielle Grundregeln; turnierspezifische Fassung beachten |
| CMG/Unitree Mecha Fighting | G1-Kampfshow | menschlicher Operator | Trefferpunkte, Fall-/Ausfallwertung | offiziell übertragen, aber kein vollständiges frei zugängliches Regelbuch gefunden |
Drei Statusbegriffe auf dieser Seite
- Offiziell/final: Der Veranstalter hat eine konkrete Fassung veröffentlicht.
- Offiziell/vorläufig: Ein Regelwerk existiert, einzelne Kapitel oder Saisonphasen sind aber noch offen.
- Dokumentiert: Regeln sind durch Veranstalterseiten und seriöse Berichte nachvollziehbar, jedoch nicht als vollständiges Regel-PDF veröffentlicht.
Wer selbst teilnimmt, sollte immer noch einmal die aktuelle Ausschreibung prüfen. Maße, Softwarevorgaben und Sicherheitsauflagen können sich bis zum Turnier ändern.
1. URKL: Regeln der chinesischen Vollformat-Kampfliga
Die Ultimate Robot Knockout Legend (URKL) ist ein von EngineAI initiiertes Kampfkonzept für große humanoide Roboter. Das offizielle Regelwerk V1.0.0 wurde im April 2026 aktualisiert. Es beschreibt bereits Organisation, Auswahl und technische Grundbedingungen. Kapitel für die eigentlichen Qualifikations- und Hauptkämpfe waren beim Abruf jedoch noch nicht in allen Teilen ausgefüllt.
Zugelassene Roboter
Für die erste Saison stellt EngineAI den T800 als Standardplattform in den Mittelpunkt. Teams dürfen nicht einfach scharfe, explosive oder gezielt zerstörerische Umbauten montieren. Hardware, Software und Team müssen eine Prüfung beziehungsweise Auswahl durchlaufen. Die frühe Qualifikation setzt unter anderem auf Simulation, damit Bewegungsstrategien geprüft werden können, bevor schwere Maschinen in den Ring gehen.
Angekündigtes Saisonformat
China News beschrieb im Februar folgende Wettkampfmechanik:
- Kampf über Best of Three mit Runden von fünf Minuten,
- Punkte für wirksame Angriffe und Niederschläge,
- Abzüge für selbstverschuldete Stürze, Passivität und Regelverstöße,
- KO, wenn ein Roboter nach einem Countdown nicht reagiert oder nicht innerhalb von zehn Sekunden aufsteht,
- TKO, wenn struktureller Schaden ein sicheres Weiterkämpfen verhindert,
- bis zu zwei manuelle Wiederaufstellungen,
- bei Gleichstand eine zweiminütige Golden-Score-Verlängerung,
- begrenzte taktische Pausen und eine Notfall-Reparatur,
- Haupt- und Ersatzroboter; kein beliebiger Batteriewechsel während aktiver Kampfzeit.
Diese frühe Saisonbeschreibung darf nicht mit jedem einzelnen Showkampf gleichgesetzt werden.
Regeln beim Shenzhen-Auftakt am 16. Juli 2026
Der erste öffentliche Kampf zwischen Matador und White Eagle wurde als fünf Runden zu je fünf Minuten beschrieben. Gültige Faust- oder Fußtreffer zählten, Niederschläge wurden höher bewertet. Die Teams konnten begrenzte taktische Pausen für Inspektion, Reparatur oder einen zugelassenen Wechsel nehmen.
Nach dem detaillierten Bericht von Phoenix Technology war die Steuerungsart nicht auf reine Vollautonomie festgelegt. Operatorbefehle konnten mit autonomer Balance, Stabilisierung, Sturzerkennung und Aufstehen kombiniert werden. Matador gewann insgesamt 3:2, obwohl sein T800 im fünften Durchgang das Kopfmodul verlor.
Suchrelevante Kurzantwort: Ein URKL-Kampf wird nicht schlicht durch „Zerstörung“ gewonnen. Entscheidend sind die jeweils veröffentlichten Runden-, Treffer-, Niederschlags-, KO- und Reparaturregeln.
2. World Humanoid Robot Games 2026: das breiteste Regelpaket
Die World Humanoid Robot Games in Peking sind kein einzelner Wettbewerb, sondern ein ganzes Programm aus Sport, Arbeit und Geschicklichkeit. Für 2026 veröffentlichte das Organisationskomitee mehrere Regelpakete: die erste Regelgruppe, eine zweite Regelgruppe sowie aktualisierte Einzeldokumente.
Das Programm umfasst 50 ausgeschriebene Wettbewerbsdisziplinen. Nicht überall gelten dieselben Bau- und Autonomieregeln.
Leichtathletik
Zum Programm gehören:
- 100 Meter für kleinere und größere Humanoide,
- 400 Meter für kleinere und größere Humanoide,
- 1.500 Meter,
- 4 × 100 Meter Staffel,
- 100- und 400-Meter-Hindernisläufe,
- Standweitsprung und Weitsprung mit Anlauf,
- Standhochsprung.
Die aktualisierten Leichtathletikregeln vom Juli 2026 verlangen bei 100, 400, 1.500 Metern und Staffel vollständige Autonomie. Zeitlimits liegen je nach Distanz ungefähr bei einer, fünf oder fünfzehn Minuten. Während eines Laufs darf nicht beliebig die Batterie gewechselt werden. Verlassen der Bahn oder unzulässige Hilfe führt zu Strafen beziehungsweise Nichtwertung.
Bei der Einteilung werden Körpergrößen berücksichtigt. Für einzelne Wettbewerbe liegt die Trennlinie bei etwa 1,40 Metern; für 1.500 Meter und Staffel gelten eigene Mindestmaße. Hindernisformate können je nach Ausschreibung autonome und fernbediente Gruppen unterscheiden.
Fußball
Der Fußball ist vollautonom. Externe Fernsteuerung, ein „Gehirn“ außerhalb des Roboters oder laufende menschliche Eingriffe sind nicht erlaubt.
- mittlere Klasse: bis etwa 1,25 Meter und 25 Kilogramm,
- große Klasse: bis etwa 1,90 Meter und 80 Kilogramm,
- Formate: 5 gegen 5 in mittlerer und großer Klasse sowie 3 gegen 3 für U19,
- Spielzeit: 30 Minuten, zwei Halbzeiten zu 15 Minuten,
- Halbzeitpause: fünf Minuten,
- eine zweiminütige Auszeit,
- begrenzte Auswechslungen,
- ein Tor zählt einen Punkt.
Absichtliche gefährliche Kollisionen, das Blockieren gegnerischer Kameras, menschliche Steuerung oder Eingriffe in Programme werden geahndet.
Turnen, Tanz und Wushu
Beim Turnen treten mindestens etwa 80 Zentimeter große Roboter autonom auf einer 10 × 10 Meter großen Fläche an. Eine Darbietung dauert ungefähr ein bis sechs Minuten. Teams kombinieren vorgeschriebene Bewegungsklassen mit schwierigeren Elementen; bewertet werden Ausführung, Flüssigkeit, Ästhetik und Schwierigkeit.
Street Dance läuft als 1-gegen-1-Battle. Je Performance stehen 60 Sekunden zur Verfügung, meist zwei Runden bis zum Halbfinale und drei im Finale. In die Wertung gehen Vollständigkeit, Musikbezug, Technik und Vielfalt ein.
Ballroom/Walzer, Samba und Cheerleading haben eigene Teamgrößen. Wushu wird vollautonom ausgeführt; Tai-Chi- oder freie Formen verbinden Pflicht- und Schwierigkeitselemente.
Gewichtheben, Tauziehen und Pitch-Pot
Beim Gewichtheben gibt es eine leichte Klasse bis 40 Kilogramm und eine schwere Klasse von 40 bis 80 Kilogramm. Fernsteuerung, Teilautonomie oder Autonomie kann je nach Gruppe zulässig sein. Teams erhalten bis zu drei Versuche. Die Stange muss direkt gehalten und über dem Kopf ungefähr zwei Sekunden stabilisiert werden. Bei gleicher Last gewinnt typischerweise der leichtere Roboter.
Tauziehen ist ein autonomer 2-gegen-2-Wettbewerb in ähnlichen Gewichtsklassen. Gespielt wird Best of Three mit maximal zwei Minuten je Durchgang. Die Seilmitte entscheidet; zusätzliche Körperteile dürfen nicht einfach als Bodenanker dienen.
Beim traditionellen Pitch-Pot sammelt der Roboter Pfeile ein und wirft sie mit der Hand in ein Gefäß. Ein mechanischer Abschussapparat ist nicht erlaubt. Treffer und Trefferquote ergeben die Wertung.
Arbeits- und Serviceszenarien
Die zweite Regelgruppe führt alltags- und industrienahe Prüfungen auf, darunter:
- Einzelhandel,
- Gastronomie,
- industrielle Montagezuführung,
- Verpackung und Lagerung,
- Notfallreaktion,
- Büroservice,
- Haushalt,
- Brand- und Rettungseinsatz,
- Hotelservice,
- Bibliotheks-Sortierung,
- Park- und Gartenmanagement,
- Laden eines Elektrofahrzeugs.
Hier entscheidet nicht eine einzige Zielzeit. Aufgaben werden in Teilschritte zerlegt; erfolgreiche Arbeitsschritte bringen Punkte, Fehler, Schäden oder unzulässige Hilfe kosten Punkte. Autonome Durchführung wird gegenüber Fernsteuerung stärker gewichtet. Deshalb muss ein schneller ferngesteuerter Lauf nicht automatisch vor einer etwas langsameren autonomen Lösung liegen.
Geschicklichkeit der Hände
Eigene Prüfungen testen unter anderem:
- Montage mit Elektrowerkzeug,
- Abwiegen von Pulver,
- Bauen mit kleinen Blöcken,
- Hämmern,
- Öffnen von Flaschen,
- Auspacken,
- Sortieren kleiner Bohnen mit einer Pinzette,
- Verbinden von Kabeln,
- einen kombinierten Mehrkampf.
Die Wertung verbindet korrekte Teilaufgaben, Genauigkeit und Zeit. Schäden am Objekt, Fallenlassen oder menschliche Hilfe können Abzüge verursachen.
Tischtennis
Die offiziellen Tischtennisregeln 2026 verlangen vollständige Autonomie ohne externe Fernsteuerung. Zugelassen sind Humanoide von ungefähr 1,0 bis 1,9 Metern und bis 80 Kilogramm. Tisch, Ball und Grundregeln orientieren sich am Tischtennis; Motion-Capture-Unterstützung kann nach den technischen Vorgaben zulässig sein.
Gespielt wird Best of Three bis elf Punkte, mit zwei Punkten Abstand zum Satzgewinn. Das Turnier läuft im K.-o.-System; zusätzlich ist ein Schaukampf des Roboterchampions gegen einen Menschen vorgesehen.
Free Combat bei den World Humanoid Robot Games
Dieses Kampfregelwerk ist nicht mit URKL identisch.
- leichte Klasse: ungefähr 1,20 bis 1,40 Meter, höchstens 40 Kilogramm,
- schwere Klasse: ungefähr 1,70 bis 1,78 Meter, höchstens 58 Kilogramm,
- zulässige Steuerung: manuell, Ganzkörper-Teleoperation oder vollautonom,
- drei Runden zu je zwei Minuten,
- ein Punkt für gültigen Arm-/Fausttreffer gegen Kopf, Rumpf oder Oberschenkel,
- drei Punkte für gültigen Kick gegen Kopf/Rumpf oder einen vorab anerkannten komplexen Move,
- sechs Punkte für einen Niederschlag mit selbstständigem Aufstehen innerhalb von zehn Sekunden,
- zehn Punkte und Rundensieg, wenn der Roboter nicht selbst aufsteht oder nicht sicher weitermachen kann,
- Punktabzug unter anderem für Angriff auf einen liegenden/aufstehenden Gegner, Passivität oder Operator-Regelbruch.
Zunächst zählen gewonnene Runden, bei Gleichstand die kumulierten Punkte. Bleibt Gleichstand, folgt eine zweiminütige Sudden-Death-Verlängerung.
Die Sicherheitsliste schließt unter anderem Verbrennungsmotoren, Explosivstoffe, gefährliche Energiequellen, Hydraulik und ungeschützte Drucksysteme oberhalb der festgelegten Grenze aus.
3. Beijing E-Town Humanoid Half Marathon 2026
Der offizielle Pekinger Regeltext zeigt besonders gut, wie ein Wettbewerb Autonomie und praktische Wartung vergleichbar machen will.
Grundbedingungen
- Strecke: 21,0975 Kilometer,
- zweibeinige, humanoide Fortbewegung,
- Körperhöhe laut Ausschreibung etwa 75 bis 180 Zentimeter,
- autonome und fernbediente Roboter starten im selben Ereignis, werden aber rechnerisch unterschieden,
- Einzelstart im Abstand von 30 Sekunden,
- kein menschlicher Tempomacher neben dem Roboter.
Berechnung der Endzeit
Fernbediente Systeme erhalten einen Zeitfaktor: Ihre Nettozeit wird mit 1,2 multipliziert. Hinzu kommen mögliche Strafzeiten. Damit soll Autonomie belohnt werden, ohne fernbediente Teams vollständig auszuschließen.
Entlang der Strecke gibt es sieben Versorgungsstationen. Ein Batteriewechsel an einer Station bringt keine zusätzliche Strafe, die laufende Wettkampfzeit stoppt jedoch nicht. Ein Batteriewechsel außerhalb einer Station kostet beim ersten Mal fünf Minuten, beim zweiten Mal zehn Minuten und danach entsprechend mehr.
Bis zu zwei vollständige Roboterwechsel können erlaubt sein; sie führen zu hohen Zeitstrafen, beispielsweise 15 und 20 Minuten. Das Endergebnis ist also:
Netto-Laufzeit × Steuerungsfaktor + Zeitstrafen.
Menschliche Hilfe und Stürze
Autonome Teams dürfen nur in eng definierten Situationen eingreifen: Start, Hilfe beim Batteriewechsel an Stationen, Not-Aus sowie sicherheitsbedingtes Ausweichen oder Überholen. Zu viele ungültige Eingriffe können dazu führen, dass der Lauf als fernbedient gewertet wird.
Bei einem leichten Sturz soll der Roboter selbst aufstehen. Bei Blockierung darf er in einen sicheren Bereich bewegt und dort aufgerichtet oder neu gestartet werden; eine solche Hilfe ist nicht automatisch eine freie Reparatur. Schwere Defekte führen zum regelgebundenen Ersatz oder zum Ausscheiden.
4. RoboCup Humanoid Soccer League 2026
RoboCup ist der wissenschaftlich anspruchsvollste etablierte Roboterfußball. Die finale Regelversion 2026 v1.1.1 vereinigt frühere Humanoid- und Standard-Platform-Strukturen.
Zentrale Autonomieregel
Alle Feldroboter handeln vollständig autonom. Verboten sind:
- externe Energieversorgung,
- Fernsteuerung oder Teleoperation,
- externe Bildverarbeitung oder Rechenleistung als „Remote Brain“,
- externe Sensorik, die Spielentscheidungen liefert.
Kommunikation ist nur in den dafür vorgesehenen Grenzen zwischen Feldrobotern, Schiedsrichter-/GameController-System und Teamkomponenten erlaubt.
Größen- und Teamklassen
- Small: unter 110 Zentimeter und 15 Kilogramm,
- Middle: unter 125 Zentimeter und 25 Kilogramm,
- Large: unter 190 Zentimeter und 80 Kilogramm.
Je nach Foundation- oder Advanced-Division und Größe sind ungefähr drei bis sieben Roboter vorgesehen. Die Spielfelder wachsen von etwa 9 × 6 Metern bis maximal ungefähr 22 × 14 Meter.
Spielzeit und Fußballregeln
Ein Spiel hat zwei Halbzeiten zu je zehn Minuten. Die Halbzeitpause dauert mindestens zehn Minuten, damit Roboter gewartet und neu vorbereitet werden können. Pro Team gibt es einen Torwart. Tore, Einwürfe, Freistöße, verbotener Kontakt, Strafraum und Spielunterbrechungen lehnen sich an Fußball an, werden aber für autonome Maschinen konkretisiert.
Der aktuelle Primärtext ist das verlinkte PDF der jeweiligen Release-Version; eine ältere Wiki-Zusammenfassung sollte nicht als Ersatz verwendet werden.
5. FIRA HuroCup: ein Roboter, viele Sportarten
Der FIRA HuroCup verfolgt ein anderes Ziel: Nicht ein Spezialroboter pro Aufgabe, sondern ein vielseitiger Humanoid soll in mehreren Disziplinen bestehen. Es gibt typischerweise Kid- und Adult-Klassen.
Die General Laws verlangen einen zweibeinigen, menschenähnlich gegliederten Roboter. Energie, Sensorik und Rechenleistung befinden sich an Bord. Die Aufgaben laufen grundsätzlich autonom; passive Sensoren und menschähnliche Kinematik sind Teil der technischen Idee.
Disziplinen
- Bogenschießen,
- Sprint,
- Marathon,
- United Soccer,
- Hindernislauf,
- Drei-/Weitsprung,
- Spartan-Rennen,
- Gewichtheben,
- Basketball,
- Mini-DRC beziehungsweise Allround-Aufgaben.
Der Gesamtsieger wird über Leistungen in mehreren Wettbewerben ermittelt. Damit lohnt es sich nicht, den Roboter nur für eine einzige spektakuläre Bewegung zu optimieren.
Beispiele für Spezialregeln
Im Sprint läuft der Roboter einen Streckenabschnitt vorwärts und einen Teil rückwärts. Beim Marathon muss er über längere Zeit autonom einer Strecke folgen; Batteriewechsel können ausgeschlossen sein, Berührung durch den Handler führt zu Strafen. Der Hindernislauf kombiniert Löcher, Wände und Tore. Spartan ergänzt unebenen Boden, Balancierbalken und eine bis zum Turnier nicht vollständig bekannte Aufgabe.
Beim United Soccer sind je nach Klasse bis zu fünf Kid- oder bis zu drei Adult-Roboter auf dem Feld; Auswechselspieler sind begrenzt. Der Schiedsrichter kann über eine definierte technische Schnittstelle kommunizieren, menschliche Spielsteuerung bleibt verboten.
Direkte Disziplinregeln: Sprint, Marathon, Hindernislauf, Spartan und United Soccer.
6. ROBO-ONE: japanischer Kleinhumanoiden-Kampf
ROBO-ONE ist ein etabliertes japanisches Kampfturnier für kleine zweibeinige Humanoide. Es unterscheidet sich deutlich von URKL: Die Roboter sind wesentlich kleiner und werden typischerweise von Menschen gesteuert.
Allgemeine Kampfmechanik
- ein Hauptkampf dauert ungefähr drei Minuten,
- bei Gleichstand kann eine zweiminütige Verlängerung folgen,
- gekämpft wird in einem achteckigen Ring von ungefähr 3,6 Metern,
- ein gültiger Angriff, der den Gegner zu Fall bringt, zählt als Down,
- ein bloßes Ausrutschen oder selbstverschuldetes Stolpern ist kein Angriffs-Down,
- der erste Roboter mit drei Downs gegen sich verliert; nach Zeit entscheidet die Down-Zahl,
- bei weiterem Gleichstand entscheidet Sudden Death,
- nach einem Down muss der Roboter innerhalb von zehn Sekunden wieder kampfbereit stehen,
- ein klarer, technisch anspruchsvoller Wurf aus der Luft kann zwei Downs wert sein.
Nach einem selbstverschuldeten Sturz kann ein Team unter engen Bedingungen eine Auszeit nehmen; nach einem gültigen gegnerischen Down soll die Auszeit nicht als Flucht vor der Wertung dienen.
ROBO-ONE veröffentlicht zusätzlich turnierspezifische Fassungen. Deshalb sind die aktuellen Mitteilungen neben der allgemeinen Regelübersicht maßgeblich.
7. CMG/Unitree G1 Mecha Fighting 2025
Bei der 2025 von CMG/CCTV übertragenen Mecha Fighting Series traten vier Teams mit Unitree G1 an. Die Roboter wurden von menschlichen Operatoren gesteuert. Unitree dokumentiert das Ereignis auf einer eigenen Veranstaltungsseite.
Nach der öffentlich dokumentierten Wettkampfmechanik:
- drei Runden zu je zwei Minuten,
- kumulierte Punkte,
- gültige Trefferzonen vor allem Kopf und Rumpf,
- Faust-/Armtreffer etwa ein Punkt,
- Beintreffer/Kicks etwa drei Punkte,
- Treffer an Gliedmaßen ohne Punkt,
- Sturz mit deutlichem Punktabzug,
- zusätzlicher Abzug beziehungsweise Abbruch, wenn der Roboter nicht innerhalb von ungefähr acht Sekunden aufsteht.
Für dieses Ereignis war beim Abruf kein vollständiges, frei zugängliches offizielles Regelbuch auffindbar. Die Angaben sind deshalb journalistisch dokumentiert, nicht als endgültiger allgemeiner Unitree-Kampfstandard zu verstehen.
8. Welche Regeln wiederholen sich fast überall?
Trotz aller Unterschiede gibt es ein gemeinsames Muster.
Bauform
Der Roboter muss zweibeinig und erkennbar humanoid sein. Räder als primäre Fortbewegung sind in den Kernklassen meist ausgeschlossen. Proportionen, Handzahl, Mindestgelenke und Größenklassen unterscheiden sich.
Autonomie
„KI-Roboter“ sagt noch nichts über die Wettkampfsteuerung. Ein Regelbuch muss klären, ob:
- ein Mensch jede Aktion auslöst,
- der Mensch nur Taktik vorgibt und die Maschine Balance übernimmt,
- oder der Roboter vollständig autonom wahrnimmt und entscheidet.
RoboCup ist besonders streng vollautonom. FIRA HuroCup setzt ebenfalls stark auf Bordautonomie. Chinesische Multi-Sport- und Kampfserien erlauben abhängig von der Disziplin mehrere Modi.
Sicherheit
Wiederkehrende Anforderungen sind:
- technische Abnahme vor dem Start,
- Not-Aus,
- abgegrenzte Arena oder Strecke,
- Verbot gefährlicher Waffen, Flüssigkeiten, Explosivstoffe und ungeschützter Drucksysteme,
- kontrollierte Funkverbindung,
- Abbruch bei Kontrollverlust oder schwerem Schaden,
- definierte Positionen für Operatoren und Schiedsrichter.
Sturz und Wiederaufstehen
Ein Humanoiden-Wettkampf misst nicht nur, ob der Roboter fällt, sondern ob er selbstständig wieder aufsteht. In Kämpfen wird der Sturz mit Punkten, Down oder KO verbunden. Bei Rennen kosten menschliche Hilfe und Neustart Zeit. In autonomen Ligen kann fremde Hilfe zur Disqualifikation führen.
Reparaturen und Batterien
Ein Wechsel ist nie automatisch erlaubt. Gute Regeln beantworten:
- Darf während laufender Zeit repariert werden?
- Gibt es feste Stationen?
- Stoppt die Uhr?
- Darf ein Ersatzroboter übernehmen?
- Wie viele Eingriffe sind zulässig?
- Bleiben Software und Parameter unverändert?
9. So liest man ein Regelbuch richtig
Vor einer Bewertung sollten Leser fünf Fragen stellen:
- Welche Versionsnummer und welches Datum hat das Dokument?
- Gilt es für Qualifikation, Hauptrunde oder nur einen Showkampf?
- Welche Körper- und Gewichtsklasse ist gemeint?
- Ist der Roboter autonom, teleoperiert oder gemischt gesteuert?
- Sind Punkte, KO, Zeitstrafen und Reparaturen ausdrücklich definiert?
Damit lässt sich vermeiden, dass ein viraler Clip aus einer fernbedienten Show als Beweis für vollautonome Kampfintelligenz interpretiert wird – oder dass Regeln verschiedener chinesischer Ligen miteinander vermischt werden.
Fazit
Humanoide Wettkämpfe sind längst mehr als Roboterfußball. China baut besonders breite Programme aus Lauf, Arbeit, Geschicklichkeit und Kontaktkampf auf. RoboCup setzt den strengsten Maßstab für autonomen Teamfußball. FIRA belohnt vielseitige Allround-Humanoide, ROBO-ONE präzisen Operator-Sport im Kleinformat.
Für die Suche nach „Roboterkampf Regeln“ ist die entscheidende Einschränkung: Es gibt keine universelle Punktzahl für einen Schlag, keinen einheitlichen KO-Countdown und keine gemeinsame Autonomievorgabe. Maßgeblich sind Liga, Jahr, Gewichtsklasse und konkrete Turnierphase.
Wer den gesellschaftlichen Teil vertiefen möchte, findet unter Roboterkämpfe und Ethik eine ausgewogene Bewertung zu Sicherheit, Gewaltbildern und Doppelnutzung. Der aktuelle Shenzhen-Kampf ist im Artikel URKL in Shenzhen: Matador gewinnt 3:2 dokumentiert.
Häufige Fragen
Gibt es ein einheitliches Regelwerk für humanoide Roboter-Wettkämpfe?
Nein. Jede Serie definiert eigene Größenklassen, Steuerungsarten, Wertungen und Sicherheitsregeln. URKL, RoboCup, ROBO-ONE, FIRA HuroCup und die World Humanoid Robot Games sind voneinander unabhängige Formate.
Wie werden Kämpfe in der URKL gewertet?
Für den Shenzhen-Auftakt 2026 wurden Punkte für gültige Faust- und Fußtreffer sowie eine höhere Wertung für Niederschläge beschrieben; der Gesamtsieg ergab sich aus den gewonnenen Runden. Das veröffentlichte URKL-Regelwerk V1.0.0 war zu diesem Zeitpunkt in Teilen noch vorläufig.
Kämpfen humanoide Roboter vollständig autonom?
Das hängt vom Wettbewerb ab. RoboCup-Fußball und viele Disziplinen der World Humanoid Robot Games verlangen Vollautonomie. URKL, Free Combat in Peking und einzelne Arbeitsaufgaben können Fernsteuerung, geteilte Autonomie oder Vollautonomie zulassen.
Was passiert, wenn ein Kampfroboter stürzt?
Typisch läuft ein Countdown. Je nach Serie gibt es Punkte gegen den gestürzten Roboter, einen Knockdown oder einen Knockout, wenn er nicht rechtzeitig selbst aufsteht. Die Frist liegt bei mehreren Formaten ungefähr zwischen acht und zehn Sekunden.
Dürfen Batterie oder Roboter während des Wettkampfs gewechselt werden?
Nur wenn das jeweilige Regelwerk es erlaubt. Beim Pekinger Humanoiden-Halbmarathon sind Wechsel an Stationen oder mit Zeitstrafe geregelt. In Kämpfen sind Reparaturpausen und Ersatzroboter begrenzt; in manchen Lauf- oder FIRA-Disziplinen ist ein Batteriewechsel ausgeschlossen.
Welche großen Wettkämpfe gibt es für humanoide Roboter?
Zu den international wichtigen Formaten zählen die World Humanoid Robot Games, RoboCup Humanoid Soccer League, FIRA HuroCup und ROBO-ONE. In China kommen unter anderem URKL, der Beijing E-Town Humanoid Half Marathon und weitere nationale Kampf- und Sportformate hinzu.
Wie funktioniert humanoider Roboterfußball bei RoboCup?
Die Roboter spielen vollständig autonom ohne externe Fernsteuerung oder externe Rechenleistung. Je nach Größenklasse treten drei bis sieben Feldroboter an; gespielt werden zwei Halbzeiten von je zehn Minuten nach einem fußballähnlichen Regelwerk.
Was zählt in diesen Regeln als humanoider Roboter?
Im Kern ist eine menschenähnliche, zweibeinige Körperform vorgeschrieben. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich: Manche Serien verlangen menschähnliche Proportionen und Gelenke, andere definieren vor allem Mindest- und Maximalhöhe, Gewicht sowie bipedale Fortbewegung.
Sind die hier genannten Regeln endgültig?
Nicht immer. Die Seite kennzeichnet, ob eine offizielle Endfassung, ein vorläufiges Regelbuch oder nur eine belastbare Veranstalter- beziehungsweise Medienbeschreibung vorliegt. Maßgeblich bleibt stets die aktuelle Ausschreibung des konkreten Turniers.
Verwandte Themen
Hierher verlinkt
Quellen
- EngineAI: Offizielles URKL-Regelwerk V1.0.0
- China News: URKL-Ablauf, Punkte, KO und Reparaturregeln
- World Humanoid Robot Games 2026: Erste offizielle Regelgruppe (PDF)
- World Humanoid Robot Games 2026: Zweite offizielle Regelgruppe (PDF)
- World Humanoid Robot Games 2026: Aktualisierte Leichtathletikregeln (PDF)
- World Humanoid Robot Games 2026: Offizielle Tischtennisregeln (PDF)
- Beijing E-Town Humanoid Half Marathon 2026: Offizielle Regeln
- RoboCup Humanoid Soccer League: Regeln 2026, Version 1.1.1
- RoboCup: Offizielle Humanoid-Soccer-League
- FIRA: Offizielle HuroCup-Übersicht
- FIRA HuroCup: General Laws of the Game (PDF)
- ROBO-ONE: Offizielle allgemeine Kampfregeln
- CMG/CCTV: Mecha Fighting Series 2025
- Unitree: G1 Boxing – offizielle Veranstaltungsseite
Stand: 18.7.2026